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Collins GmbH & Co. KG: Tarek Mueller, Management

Tarek Müller, Co-Geschäftsführer ABOUT YOU

Tarek Müller ist Unternehmer, Business Angel und Co-Geschäftsführer der Fashion-Online-Marke und offenen Handelsplattform ABOUT YOU. Gemeinsam mit Hannes Wiese und Sebastian Betz baut er das Start-up-Unternehmen auf, und ist verantwortlich für Marketing und Brand bei einem der aktuell am schnellsten wachsenden E-Commerce-Projekte in Europa. Tarek ist seit über zehn Jahren im E-Commerce aktiv und hat beim Aufbau diverser erfolgreicher Online-Händler mitgewirkt, sowohl als Dienstleister über die von ihm mitgegründeten Agenturen Netimpact, Netshops und eTribes als auch durch eigene Handelsunternehmen im E-Commerce und als Investor, u.a. bei Spryker.

 

Welchen Stellenwert hat Deiner Meinung nach Technologie im Online-Handel?

Einen ganz entscheidenden. Es ist vergleichbar mit der Formel 1: Selbst der beste Fahrer kann in einem technologisch mittelmäßigen Auto kein Rennen gewinnen. Hinzu kommt, dass auch das beste Auto kein Garant für Erfolg ist; man muss es verstehen und steuern können. Wenn man heute im direkten Wettbewerb um Endkunden mit den Großen der Branche steht, die alle über außergewöhnlich gute, datengetriebene Technologie verfügen, hat man keine Chance, wenn man mit Standard-Software antritt und die technologischen Möglichkeiten nicht durchdringt.

 

Was zeichnet „gute Technologie“ im E-Commerce aus?

Es ist das Zusammenspiel aus einem daten-optimierten Frontend, effizienten Backend-Prozessen und einer durchgängig vernetzten Infrastruktur von Business-Intelligence und Marketing. Bei ABOUT YOU haben wir mit Sebastian Betz den meiner Meinung nach besten Tech- und Product-Architekten. Durch seine Expertise konnten wir die Plattform hinter der Marke als Eigenentwicklung aufbauen und maßgeschneidert Personalisierung, Content und die Mobile-Präsenz im Frontend mit einem effizienten Operations-Backend, sowie einer starken BI-Infrastruktur verbinden, die es uns im Marketing möglich macht, Kunden sehr effizient zu gewinnen und zu halten. Das alles wäre mit Standard-Software nicht möglich, und als wir an den Start gegangen sind gab es so etwas wie Spryker noch nicht. Eine solche Eigenentwicklung aufzubauen ist wiederum für ein Unternehmen ohne ein Ausnahmetalent wie Sebastian aber ebenfalls nicht möglich.

 

Wie können Unternehmen, die kein solches IT-Talent haben, solches Wissen und eine solche Plattform aufbauen?

Ich denke modulare Ansätze wie der von Spryker sind sehr gut dafür: Unternehmen greifen auf ein Framework zurück, das sich bereits am Markt bewiesen hat und der Freiheit einer Eigenentwicklung nahe kommt, ohne deren Zeit- und Geld-Anfangsinvest. Außerdem bringt es sie dazu sich mit der Technologie und ihrem Geschäftsmodell auseinanderzusetzen und dadurch eigene Kompetenzen zu entwickeln – was heute einen ungemeinen Wettbewerbsvorteil bedeutet.

 

Inwiefern ist der Schritt zu Open Code bei Spryker in diesem Kontext sinnvoll?

Der Schritt in den Open Code ist meines Erachtens mit Blick auf Spryker und allgemein am Enterprise-Markt sehr, sehr sinnvoll. Zum einen können Unternehmen damit schnell ein gutes Bild des Software-Ansatzes erhalten und ihn schon beim Auswahlprozess detalliert auf ihre Ziele hin prüfen und probeweise einsetzen. Außerdem ist der offene Code ein radikaler und wichtiger Ansatzpunkt dafür, dass sich nicht nur der technische Projektleiter mit Software beschäftigt, sondern alle relevanten Führungskräfte: Von der IT über das Marketing bis hin zu Operations und Geschäftsführung sollten alle Führungskräfte die Chance nutzen, um frühzeitig ihren Beitrag zur Entscheidung zu leisten und ein Verständnis für die technologischen Möglichkeiten aufzubauen. Mit dem Open Code gibt es später keine Ausreden mehr á la “Unsere IT kann das leider nicht” oder “hätte ich das mal vorher gewusst”. Mit Spryker ist grundsätzlich alles möglich, wenn man das Framework richtig nutzt und auch interne Tech-Kompetenzen entwickelt.

 

Heißt das die Blackbox Technologie wird es in Zukunft nicht mehr geben?

Genau, ein Shopsystem als Projekt der IT-Abteilung, das ist nicht mehr zeitgemäß im heutigen E-Commerce. In der Ära von Open Source-Software und offenen Handelsplattformen sollte es keine IT-Systeme mehr geben, die man als Blackbox kauft. Das behindert die Innovationskraft und Souveränität von Unternehmen. Der Schritt hin zum Open Code von Spryker ist sicherlich ein Pfeiler im Enterprise-Segment, und ich denke, dass bald andere Anbieter nachziehen werden, wenn ihr System etwas taugt.

 

About ABOUT YOU:

Das im Mai 2014 gestartete Fashion-Start-up ABOUT YOU setzt auf Open Commerce: Auf Basis einer neu entwickelten Technologie- und Business- Plattform werden von Partnern entwickelte Mode-Applikationen nahtlos in den gleichnamigen Online-Shop integriert. Junge Frauen und Männer zwischen 20 und 40 Jahren finden auf aboutyou.de neben den Fashion- und Lifestyle-Apps ein Sortiment mit mehr als 60.000 Artikeln von über 500 Marken. Kunden können zudem ihr eigenes Fashion-Profil im Shop anlegen und finden die für sie relevanten Inhalte – Produkte, Marken, Outfit-Vorschläge, Apps und mehr– in ihrem persönlichen Feed, der sie täglich aufs Neue inspiriert.

Die ABOUT YOU GmbH ist eine Gesellschaft der Collins GmbH & Co. KG, einem Tochterunternehmen der Otto Group. Zum Management-Team gehören die Gründer und Digitalexperten Tarek Müller (26) und Sebastian Betz (25) sowie der ehemalige Roland Berger-Stratege Hannes Wiese (34). ABOUT YOU wurde vom Branchenmedium Exciting Commerce zum ‚Startup des Jahres 2014’ gewählt und erhielt den ‚Business Shop-Award 2015’ der Internet World Business in den Kategorien ‚Bester Online Pureplayer’ und ‚Best of Show’.

 

www.aboutyou.de