Dorothee Thomsen
Dorothee Thomsen Content Marketing Manager
22. November 2018 in

B2B B2C Platform MVP

Was ist eigentlich ein MVP?

So umfangreich wie nötig, so simpel wie möglich

Lean Startup, Trial-and-Error, MVP … wer im Digital-Business ist, kennt die Fülle an Schlagwörtern, die von Insidern besonders gern genutzt werden, wenn es an die Umsetzung eines agilen Projektes geht. Leider weiß aber nicht jeder, wie diese Methoden wirklich effektiv genutzt werden können.


Weniger ist mehr!

giphyDas „Minimum Viable Product”, (dt.: „minimal funktionsfähiges Produkt“) ist die vorläufige, meist digitale funktionsfähige Version eines Produktes, wie z. B. Online Shops, Content Portale, Marktplätze oder mobile Apps. Mit dem MVP kann in einem sehr frühen Stadium Nutzerfeedback gesammelt und die Nachfrage und Tauglichkeit getestet werden.

 

So umfangreich wie nötig, so simpel wie möglich

Für ein MVP gelten zwei konträre Ziele:

  • Das Produkt soll auf der einen Seite so einfach wie möglich sein, damit es schnell entwickelt werden kann.
  • Auf der anderen Seite muss es im ersten Schritt ausgereift genug sein, um es für die User nutzbar zu machen - erst dann generiert es einen Mehrwert für das zukünftige Produkt.
Diese Herangehensweise unterscheidet sich stark von der klassischen Produktentwicklung, die auf Marktanalysen, Inkubationsphasen, lange Planungs- und Anforderungsdefinitionen und Perfektionierung aufbaut und für die eine verkürzte Time-to-Market nicht das primäre Ziel ist.

 

MVP Blog 2

 

MVP or not MVP - das sollte keine Frage mehr sein

Der Transformationsdruck ist groß. Digital-Projekte werden oft bis ins Kleinste ausgefeilt und Anforderungen bis ins letzte Detail definiert, bevor der Markteintritt erfolgt.

Die Intention: Beim Go-live soll alles perfekt sein.

Achtung: Der Großteil der Projekte, die so angegangen werden, scheitern oder werden niemals fertig.

Je größer das Unternehmen, umso größer ist die Gefahr, Zeit in zu vielen Abstimmungen und Absicherungen zur Strategie zu verlieren. Viele Arbeitsschritte und Abstimmungsprozesse machen einen schnellen Markteintritt unmöglich. Auch das Risiko, fehlenden Kundenbedarf oder veränderte Wünsche der Zielgruppe erst zu erkennen, wenn das Produkt schon auf dem Markt ist, ist hoch. In einer Zeit, in der sich Technologien und Kunden-Touchpoints rapide wandeln, in der ein hoher digitaler Wettbewerbsdruck herrscht und Kundenerwartungen  stetig komplexer werden, steigt mit zunehmender Projektlänge die Wahrscheinlichkeit keinen positiven ROI (return on investment) zu bekommen.



Warum wird der MVP-Prozess immer noch gefürchtet?

Der MVP-Prozess kann zu einer echten Herausforderung werden, denn viele Führungskräfte und Projektmanager empfinden ihn als wenig intuitiv. Das gilt besonders in stark regulierten Branchen, in denen die Teams es gewohnt sind, viel Zeit und Sorgfalt in die Umsetzung von Projektideen zu stecken. Hier kann der MVP-Prozess zu einer echten Herausforderung werden, weil er auf einer Reihe von zum Teil radikalen Grundprinzipien aufbaut, die auf eine schnelle Implementierung von Ideen ausgerichtet sind

  • Fortschritt statt Perfektion

  • Testphase statt langer Entwicklungs- und Planungsphase

  • Nutzen statt komplexer Eigenschaften

  • Agilität statt Wasserfallmethode

  • An den nächsten Schritt denken, statt an den Letzten

  • Erfolg wird nicht nur am Umsatz, sondern auch an den Kosteneinsparungen gemessen

  • Aufschluss über Nutzerverhalten durch frühe Datenauswertungen, statt subjektive Erwartungen vom Projektchef

So ungewohnt die Prozessführung nach der MVP-Methode in einigen Handelssegmenten auch erscheinen mag: Führungskräfte müssen sich darüber klar werden, dass Geschwindigkeit über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann – allerdings nur, wenn zuvor die richtige Richtung eingeschlagen wurde.



Must-have oder nice-to-have?

Das ist die Leitfrage, die Du Dir über Features, Funktionen oder ähnliche Attribute Deines Projektes stellen musst.

Man kann sich den MVP-Prozess als Zyklus vorstellen: Entwickeln, Testen, Lernen, Optimieren. 


MVP-Prozess-DEDieser Ansatz erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass mit dem Produkt die richtige Richtung einschlagen wird - ergeben die Testphasen, dass dies nicht der Fall ist, besteht immer noch die Chance, den Kurs zu korrigieren. Der große Vorteil:

Man reduziert dadurch Kosten und Risiko

Das verhindert, dass während des Prozesses der Markt und vor allem die Kundenbedürfnisse aus dem Auge verloren werden. Was heute als Standard oder Neuerung gilt, kann in 2 Jahren schon wieder völlig überholt und unbrauchbar sein.

 

“Der Markt wird immer mehr umkämpft, die Zahl der Marktteilnehmer steigt, die Margen sinken und der Grad der Digitalisierung von Prozessen und Produkten steigt stetig an. Wir müssen uns schnell und flexibel ändernden Bedingungen anpassen und neue Dinge ausprobieren.” - Thorsten Heckrath-Rose, Geschäftsführer ROSE Bikes

Mehr Infos zum Rose Bike Case



Das MVP macht´s möglich

Du willst Deine Marktanteile vergrößern, neue digitale Produkte oder Services launchen, von einem legacy System switchen oder stetige Innovation gewährleisten? Das MVP gewährleistet, dass Du innerhalb kürzester Zeit zum Beispiel zusätzliche Länder-Shops aufbauen, neue Touchpoints wie Mobile, Marktplatz, POS oder Voice erschließen oder individuelle Funktionen erweitern kannst. Ein Best-Practice Beispiel hierfür ist Hilti. Der B2B-Händler im Bereich Bauentwicklung, Gebäudeinstandhaltung und Bergbau schaffte es mit dem MVP-Ansatz, neue Shops in den verschiedensten Ländern innerhalb von wenigen Tagen zu launchen.

 

Mit einem umfassenden und individuell anpassbarem Feature-Set gibt Spryker Dir die Möglichkeit für einen schnellen Go-Live oder auch das Produkt in hoher Geschwindigkeit an sich wandelnde Bedürfnisse anzupassen. Touchpoints und Feature-Sets können jederzeit beliebig reduziert, oder erweitert werden. Das ermöglicht höchstmögliche Nutzerfreundlichkeit, Skalierbarkeit und Flexibilität.

 


 

MVP_Guide_DE_Cover

Du willst mehr über den MVP-Ansatz erfahren?

Lade Dir unseren MVP-Guide runter und erhalte dabei einen klaren und komprimierten Einblick in die wichtigsten Punkte zum MVP-Ansatz. Lerne, wie Du Deine Projekte schneller und kostengünstiger umsetzen kannst und wie Du gängige Fehler beim Fokus und der Prozessumsetzung vermeiden kannst.

 

  • Einführung in den MVP-Prozess
  • Handlungsempfehlungen zur Prozessoptimierung
  • MVP-Prozess an einem Praxis-Beispiel

You may also like:

Get all new updates straight to your inbox